Werte in Blogosphäre und Social-Networks

Webmaster Friday

Diese Woche geht es beim WebmasterFriday um die Werte in der Blogosphäre und in den sozialen Netzwerken. Ein schwieriges Thema, wie ich finde, denn eigentlich sollte man meinen, in der virtuellen Welt gelten die gleichen oder zumindest ähnliche Werte wie im realen Leben, und doch sieht es manchmal ganz anders aus.

Wichtige Werte

Mella veröffentlichte auf nachsitzen.org einige Werte, die ihr selbst wichtig sind und ich kann ihr da durchaus zustimmen.

  • Ehrlichkeit
  • Fairness
  • Respekt untereinander
  • man selbst zu sein
  • Mitgefühl
  • Zuverlässigkeit

Es stellt sich nun nur die Frage, ob man diese Werte gleichermaßen in der realen Welt, wie auch im Netz verkörpern kann bzw. möchte. Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich, dass sich im Netz viele unbeobachteter fühlen. Und ja, man muss ganz klar zugeben, dass dadurch auch die Straftaten zunehmen.

Das ist doch alles nur geklaut

Lehrten die Eltern einem noch, das man nicht klauen darf, kann sich glaub ich kaum einer davon freisprechen, noch nie einen Song illegal runter geladen zu haben. Oder um es anders auszudrücken, um niemandem ungewollt auf die Füße zu treten: Die Anzahl derer, die sich schon mal durch den Download eines Songs oder Films strafbar gemacht hat, wird weitaus höher sein als derer, die mal irgendetwas in einem Geschäft geklaut haben.

Die Hemmschwelle ist für viele einfach geringer, wodurch sich natürlich auch die eigenen Werte in dieser zweiten Realität verändern.

Dagegen sein, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste

Ähnlich ist es mit Protestbewegungen wie dem Anonymous Kollektiv. Ob man die Aktionen nun gut heißen mag oder nicht, sie bewegen sich teilweise einfach am Rande der Legalität oder gehen auch darüber hinaus. Sicherlich ist dies auch bei anderen Protesten der Fall (wie viele Atom-Gegner ketten sich jedes Mal an die Gleise), und doch suchen hier wieder viele Schutz in der Anonymität, statt offen ihre Meinung zu sagen.

Ohne Punkt und Komma

Einen weiteren Punkt spricht H.-Peter Pfeufer in seinem Artikel an und in diesem Fall geht es ums Auftreten verschiedener Personen. Denn da im Netz in vielen Fällen in Textform kommuniziert wird, nimmt der Schreibstil einen nicht unerheblichen Anteil bei der persönlichen Einschätzung von Personen ein.

Wo sich H.-Peter mehr oder weniger auf die Kleinschreibung und fehlende Interpunktion beschränkt, würde ich noch einen Schritt weiter gehen, denn was manche sich im Netz an Rechtschreibfehlern leisten ist echt unfassbar. Und dies zu Zeiten, wo es integrierte Rechtschreibkorrekturen sogar innerhalb der Browser gibt.

usw. usw. usw.

Man könnte diese Liste bestimmt noch weiterführen, denn der fehlende Augenkontakt und die Kommunikation via Text setzen sicherlich bei vielen auch die Hemmschwelle herab, was den Respekt einer andere Person gegenüber angeht.

Fazit

Die Beispiele sind jetzt sicherlich etwas extremere und es gibt noch viele Kleinigkeiten, wo sich Werte in der virtuellen und der realen Welt unterscheiden. Trotzdem zeigen diese Beispiele wie ich finde ganz gut, dass es für viele, ob nun bewusst oder unbewusst, extreme Unterschiede gibt, was die eigenen, ethischen Grundsätze angeht.

Ich für meinen Teil habe bereits beim letzten WMF erwähnt, dass ich versuche keine großen Unterschiede zwischen meiner realen und virtuellen Identität zu machen. Nichtsdestotrotz kann auch ich mich nicht komplett von diesen Unterschieden freisprechen.

Wie seht ihr das? Sind die Werte, die euch persönlich wichtig sind in der Blogosphäre und in Social Networks gleichbedeutend mit dem realen Leben?

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