Moral und Recht – andere anschwärzen?

Webmaster Friday

Heute geht es beim Webmaster Friday um Moral und Recht. Ist es in Ordnung andere anzuschwärzen, wenn sie fremde Artikel kopieren und veröffentlichen oder unerlaubter Weise Fotos von anderen verwenden? Wie weit sollte man gehen? Eine Mail mit der Bitte um die Entfernung der Inhalte? Abmahnung? Anzeige?

Martin hat im Post zu diesem Webmaster Friday das Wort "anschwärzen" angesprochen.

(PS: ich weiß, dass “anschwärzen” politisch nicht korrekt ist, und ich würde bedauern, wenn sich dadurch jemand gekränkt fühlt. Mir fiel aber tatsächlich kein geeigneterer Begriff ein. “An- oder Verklagen” ist zu viel, “sich beschweren” zu wenig. Wer einen besseren Begriff hat, bitte melden…)

Ich bin da eigentlich ganz seiner Meinung und finde es ebenfalls ganz passend. Aus diesem Grund werde ich das nun einfach für diesen Blogpost übernehmen. Auch hier gilt natürlich: Nennt mir/uns einen besseren Begriff, wenn ihr einen wisst.

Andere anschwärzen?

In diesem Bezug möchte ich zwei Aspekte ansprechen. Wie sieht es aus, wenn man mitbekommt das fremde Inhalte kopiert wurden und was macht man wenn der eigene Content betroffen ist.

Inhalte von anderen Bloggern und Webmastern

Was tun, wenn man sieht das Inhalte von Blogs die man verfolgt, auch auf anderen Seiten auftauchen? Eine Anzeige ist hier sicherlich nicht angebracht und auch eine Abmahnung ist nicht angemessen.

Wenn man sich entscheidet einzuschreiten, bleiben einem zwei Möglichkeiten: Man schreibt den Autor der Inhalte an und macht ihn darauf aufmerksam, so dass er sich darum kümmern kann oder man schreibt dem Dieb eine Mail.

Ich bevorzuge es den Autor der Texte zu informieren und kann bei dieser Vorgehensweise durchweg positive Resonanz von den Urhebern verzeichnen.

Wenn die eigenen Inhalte geklaut wurden

Ich muss zugeben, dass ich nur recht selten nach meinen eigenen Inhalte suche um eventuelle Content-Diebe zu finden. Bei einigen Projekten von mir kommt es schon ab und an vor, dass Texte und Fotos auch auf anderen Webseiten landen. Bis jetzt hat immer eine freundliche Mail gereicht.

Bei einigen dieser Diebstähle handelte es sich teilweise um scheinbar unwissende Content Manager, denen die Rechtslage einfach nicht bewusst war. Nicht selten wurde meine Mail mit Bitte um Entfernung zusätzlich mit einem Backlink im Footer oder in der Blogroll belohnt. In so einem Fall sehe ich von weiteren Schritten ab und versuche eher eine Kooperation mit dem anderen Projekt zu arrangieren.

Zum Glück musste ich auch in allen anderen Fällen noch nie soweit gehen rechtliche Schritte einzuleiten. Von daher kann ich dazu nicht viel sagen. Sicher ist für mich, eine Hinweis-Mail schadet keinem und kann evtl. sogar den ein oder anderen interessanten Kontakt bringen.

In diesem Bezug fällt mir ein, dass mir "mein" Artikelbild für die WMF-Artikel auch auf anderen Seiten aufgefallen ist. Nein, ihr müsst nicht mit einer Abmahnung rechnen und ich denke auch Martin hat nix dagegen. ;-) Freut mich, dass ich "helfen" konnte.

Wenn man selbst das Opfer ist

Ganz anders sieht es aus, wenn man selbst das Opfer ist. Zum Glück bin ich noch nicht in dieser Situation gewesen. Zumindest nicht, wenn es um Inhalte ging. Meine einzige größere Auseinandersetzung hatte ich mit der Firma mit den vier Buchstaben, die sich für die Rechte der Künstler einsetzt.

Diese hat aus einem kleinen Fanprojekt zu einem Festival mal schnell die offizielle Seite und mich zum Veranstalter gemacht. Ich hatte natürlich einen deutlichen Vermerk im Impressum und auch zu einer Zahlung der Gebühren ist es nie gekommen. Rein der Papierkrieg ist nicht wirklich optimal gelaufen und hat sich lange hingezogen.

Ansonsten kann ich zu diesem Thema zum Glück nicht viel berichten und ich bin bemüht, dass das auch noch lange so bleiben wird.

Kein Blogger ist perfekt

Kein Blogger oder Webmaster ist perfekt. Grade was das Thema Bildrechte angeht, findet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf jedem Blog ein Foto oder eine Grafik, welche nicht zu hundert Prozent korrekt ist.

Deswegen plädiere ich an alle Blogger, insofern es sich um Ausnahmefälle handelt, einfach eine Mail zu schicken. Bei übermäßigem Content-Diebstahl sieht dies natürlich anders aus.

Das war mal wieder mein kleiner Betrag zum Webmaster Friday. Ich freue mich wie immer auf die anderen Beiträge und die darin enthaltenen Meinungen.

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