Wann enstehen die besseren Fotos?

Wann entstehen die besseren Fotos?

Im heutigen Blogartikel möchte ich mal einige Fragen in den Raum stellen, die sich alle damit beschäftigen, wann die besseren Fotos entstehen. Unter Zeitdruck? Mit nur einem Objektiv?
Foto von Cristiano Betta.

Einleitung

Im heutigen Artikel soll es also um die Frage gehen, wann die besseren Fotos entstehen. Einerseits möchte ich hierbei auf freiwillige Einschränkungen wie zum Beispiel das Verwenden von nur einem Objektiv, andererseits aber auch auf Dinge wie Zeit- und Leistungsdruck eingehen.

Natürlich spielt in die ganze Thematik auch noch der Aspekt von freier bzw. Auftragsarbeit mit rein.
Dieser soll aber, zumindest dieses Mal, nicht Bestandteil des Artikels sein.

Sich selbst einschränken

Durch Equipment

Viele stellen sich oft selbst Herausforderungen, indem sie z.B. auf eine Foto-Tour nur ein Objektiv, vorzugsweise eine Festbrennweite, mitnehmen und sich somit dazu zwingen sich mehr zu bewegen und natürlich auch nach einer bestimmten Art von Motiven Ausschau zu halten.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Möglichkeiten, sich durch die Einschränkung im Equipment zu fordern. Die Frage ist, entstehen in dem Moment der Einschränkung wirklich bessere Fotos, als wenn man die freie Wahl hat?

Durch die Motivwahl

Natürlich schränkt sich bei z.B. der Einschränkung auf eine Linse die Motiv-Auswahl, allerdings kann man diese Motivwahl sich auch auf ein bestimmtes Objekt reduzieren. Entweder man beschränkt sich auf eine bestimmte Art von Objekt und fotografiert z.B. nur Briefkästen oder aber man beschränkt sich auf ein eindeutiges Objekt, welches man aus den verschiedensten Perspektiven ablichtet.

Das Beispiel mit den Briefkästen stammt übrigens aus irgendeiner Motivklingel, welche ich grade nicht wieder finde. Wenn jemand die Folge kennt und mir die Nummer sagen kann, immer her damit.

Zum Beispiel mit dem einzelnen Objekt gibt es ein tolles Beispiel von Larry Becker in einer Folge von DTownTV (englisch).

Arbeiten unter Zeit- und/oder Leistungsdruck

Zeitdruck

Sicherlich gibt es die Möglichkeit sich selbst zeitlich einzuschränken, um nicht zu lange nach dem Motiv zu suchen, andererseits gibt es auch immer wieder Situationen, wo man gezwungenermaßen unter Zeitdruck steht. Dies kann natürlich einerseits bei einer Auftragsarbeit der Fall sein, evtl. spielen aber auch andere Einflüsse eine Rolle.

Ich wollte zum Beispiel vor Kurzem eine Langzeitbelichtung von einem bestimmten Motiv in Verbindung mit einem vorbeifahrenden Zug ablichten. Da hier nur ca. jede Stunde ein Zug auf dem entsprechenden Gleis vorbeifährt und ich natürlich auch ein wenig an die Lichtverhältnisse gebunden war, muss ich in den nächsten Tagen mal sehen, wann ich dazu komme, den beim letzten Mal verunglückten Versuch, zu wiederholen. ;-)

Leistungsdruck

Neben dem Zeitdruck, der natürlich grade bei Auftragsarbeiten vorhanden ist, ein gutes Beispiel ist hier z.B. auch die Konzertfotografie, kommt natürlich noch ein ganz anderer Punkt dazu.

Mal abgesehen davon, dass viele danach streben »besser« als ihr Vorbild zu werden oder Ähnliches, entsteht natürlich grade bei den ersten Aufträgen, egal ob bezahlt, TFP oder just for Fun, ein gewisser Leistungsdruck. Hilft dieser Druck, wirklich das Letzte aus seinen Fähigkeiten rauszuholen oder würde man ohne diesen Druck bessere Fotos machen? Macht es evtl. auch gar keinen Unterschied?

Fazit

Ich habe im Laufe des Artikels nun viele Fragen in den Raum geworfen und nicht wirklich eine Antwort darauf gegeben. Mal abgesehen davon, dass mich natürlich eure Meinung dazu interessiert, habe ich damit aber bewusst bis jetzt gewartet.

Die Einschränkungen

Ich für mich habe einfach festgestellt, dass ich, wenn ich mich einschränke, kreativer werde und somit Fotos produziere, die ich sonst nicht gemacht hätte. Ob diese nun gut oder schlecht sind, sei mal dahingestellt, denn sie helfen der Weiterbildung.

Der Druck

Im Bezug auf Zeit- und Leistungsdruck habe ich auch positive Erfahrungen gemacht. Ich habe nämlich unter anderem die Erfahrung gemacht »schlechte« Bilder abzuliefern. Ich meine hiermit keine unscharfen Fotos oder so, sondern Fotos die ich ansonsten aussortiert hätte. Diese sind im Bezug darauf, dass ich etwas abliefern musste, dann aber trotzdem mit in die Auswahl gekommen. Ich habe hier bisher noch kein wirklich negatives Feedback erhalten und auch wenn es bessere Fotografen gibt, so waren meine »Kunden« immer zufrieden.

Wie seht ihr das Ganze? Wann entstehen die besseren Fotos?

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2 Kommentare zu “Wann enstehen die besseren Fotos?”

  1. Blog Jahresrückblick 2011 » Nikonierer

    9. Dezember 2011 um 12:16

    […] Im Juli fragte ich mich, und natürlich auch euch, wann die besseren Fotos entstehen und nannte einige Ansätze der Selbsteinschränkung um neue Ideen zu entwickeln. […]

  2. Mark

    14. Juni 2012 um 00:06

    Interessanter Artikel! Ich bin im Prinzip deiner Meinung, das perfekte Bild entsteht nicht durch das genau richtige Objektiv, die richtige Belichtung oder etwas ähnliches. Ein paar Einschränkungen werden letztendlich nicht weiter schlimm sein, wenn ein wirklich guter “Moment” eingefangen wird, dann entsteht auch ein gutes Bild! Und ob man besser unter Druck oder entspannt arbeitet, das ist glaube ich sehr vom Typ abhängig! :)
    Liebe Grüße
    Mark