Valider Code muss nicht sinnvoll sein

Validität vs. Semantik

Heute möchte ich mich mal der Thematik valide vs. semantisch widmen. Grade im Bereich von WYSIWYG-Editoren wie z.B. TinyMCE bei WordPress, kommt es häufig zu validem aber nicht wirklich sinnvollem Markup. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass viele versuchen Dinge, mit reinem HTML umzusetzen, was eigentlich mit CSS zu lösen wäre.

Valides Markup

Valides Markup zu produzieren ist sicherlich nicht die große Kunst. Auch der Einsatz von JavaScript-Bibliotheken und CSS3 (inkl. der Browser spezifischen Eigenschaften wie z.B. -moz-border-radius) schließen validen Code nicht zwangsläufig aus.

Selbst bei dem Doctype XHTML Strict lassen sich, mit etwas Aufwand und JavaScript, Links in neuem Fenster öffnen ohne invalides Markup zu produzieren.

Valide ist nicht gleich valide

Natürlich lässt sich mit JavaScript ein Link in neuem Fenster öffnen und trotzdem zeigt der Validator vom W3C keinen Fehler an, wirklich sinnvoll ist dies aber nicht! Nur weil man einen Weg gefunden hat, eine Software (den Validator) auszutricksen, ist der Code noch lange nicht valide.

Valide ist nicht gleich semantisch richtig

Ich möchte hier jetzt gar nicht groß auf den Bereich Semantik eingehen. Eine grobe Vorstellung wird sicherlich jeder von dem Begriff haben und alles weitere zum semantischen Web kann man z.B. bei Wikipedia nachlesen.

Ein gutes Beispiel, welches den Unterschied zwischen validem und semantisch korrektem Markup darstellt, ist im Blogszene Forum aufgetaucht. Hierbei geht es um die Problematik mehrere Leerzeilen und/oder Absätze einfügen zu wollen.

Bei WordPress wurden bis vor Kurzem mehrfache Zeilenumbrüche im visuellen Editor (TinyMCE) einfach entfernt. Seit WordPress 3.1 wurde die Konfiguration des Editors angepasst. Inzwischen werden mehrfache Zeilenumbrüche durch Absätze mit geschützten Leerzeichen ersetzt.

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Meiner Meinung nach ein Weg in die falsche Richtung. Diese Änderung trägt nur dazu bei, dass auch Leute die sich mit der Thematik nicht so intensiv beschäftigen, semantisch nicht korrektes Markup produzieren.

Die gleichen Fehler werden übrigens ganz häufig auch in der "normalen" Textverarbeitung gemacht. Schaut euch mal Textdokumente von anderen an und lasst euch mit Hilfe der Absatzmarke (Absatzmarke) die Absätze einblenden. Wie viele Absätze müssten eigentlich Zeilenumbrüche sein? Richtig, meist eine ganze Menge.

Im Bereich der Frontend-Entwicklung im Web gibt es für solche Aufgabe, wie das Erstellen von größeren Abständen, CSS. Diese Möglichkeit wird nur leider viel zu selten genutzt.

Die Darstellung

Die Darstellung der Inhalte erfolgt zudem häufig über viele verschiedene Endgeräte. Optimiert wird meist nur für die Ansicht mit einem Browser und einer Auflösung mit min. 1024 Pixel Breite. FeedReader, Mobile Browser (auch wenn für sie evtl. ein anderes Template ausgegeben wird) werden selten beachtet. Ein Ausgabemedium was eine Menge von semantischem Web profitiert ist der Screenreader. Oft außer Acht gelassen aber ja, es gibt blinde Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind.

Fazit

Natürlich spielt auch die Optik eine Rolle, aber oft nimmt man für optische Kleinigkeiten eine Menge unnötiges und/oder unsinniges Markup in Kauf. Der Verzicht auf den ein oder anderen Effekt kann sicherlich nicht schaden.

Wie seht ihr das ganze? Valide? Semantisch? Muss oder kann?

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Ein Kommentar zu “Valider Code muss nicht sinnvoll sein”

  1. MultiMediaTreff 28 in Köln – Recap » Nikonierer

    4. Dezember 2011 um 20:05

    […] habe übrigens vor einiger Zeit bereits einen Artikel zum Thema Semantik auf diesen Blog […]