Fotografie entspricht nicht der Realität – Teil 2/3

Wieviel Bildbearbeitung ist erlaubt

Hier folgt nun der zweite Teil, der kleine Artikelserie »Fotografie entspricht nicht der Realität«. In diesem Teil soll es in erster Linie um die Wahl des Objektives und den Einsatz von künstlichem Licht gehen.

Die Brennweite

Es gibt die verschiedensten Brennweiten. Möchte man Landschaften fotografieren, nutzt man sicherlich recht häufig ein Weitwinkelobjektiv. Ist man hingegen Sportfotograf, so freut man sich sein Teleobjektiv mit am Spielfeldrand zu haben. Auch der Portraitfotgraf freut sich über ein leichtes Tele in seinem Studio. Und was macht der Streetfotograf? Richtig, der möchte am liebsten eine Normalbrennweite.

Die Normalbrennweite

Einige mögen sich nun fragen, was die Normalbrennweite ist. Die Normalbrennweite entspricht im besten Falle dem natürlichen Blickwinkel eines Menschen. Hier ein kurzer, theoretischer Ansatz.

Fakt

Die Normalbrennweite entspricht beim Kleinbildformat (36mm x 24mm) rund 43,03mm. Genaueres zu diesem Thema findet ihr bei Wikipedia.

Realität

In der Realität gibt es kein Objektiv mit einer Brennweite von 43,03mm und sicherlich ist der hier genannte Ansatz auch nicht 1000% korrekt, doch für den Kontext dieses Artikels ist es mehr als ausreichend.

Bei den Spiegelreflexkameras haben sich die Brennweiten 50mm bei Crop-Kameras und 35mm bei Vollformat-Kameras eingebürgert. Abgesehen davon ist das 50mm-Objektiv auch an den Vollformatern sehr beliebt.

Was sagt uns das nun?

Fotos entstehen nicht immer mit einer Normalbrennweite. Portraitfotos werden häufig mit einem leichten Teleobjektiv aufgenommen, Landschaftsfotos im Gegensatz dazu mit einem Weitwinkel. Beide Brennweiten entsprechen nicht dem natürlichen Blickwinkel unserer Augen und widerspricht somit unserer alltäglichen Wahrnehmung unserer Umgebung.

Das Licht

Wir haben eine natürliche Lichtquelle, auf die wir uns verlassen können. Sie geht morgens auf und abends wieder unter, die Sonne. Das Sonnenlicht wird wiederum von der Erde und allen darauf befindlichen Gegenständen reflektiert. Hellere Gegenstände reflektieren das Licht besser, dunkle schlechter. Soviel zur Realität.

Nimmt man nun Reflektoren zur Hilfe, oder sogar künstliche Lichtquellen um ein Bild auszuleuchten, so hat dies nichts mehr mit der natürlichen Wahrnehmung zu tun.

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Fotografie oder schaut sich mal in einem Fotostudio um, so sind sogenannte One-Light-Setups, also eine Ausleuchtung mit nur einer Lichtquelle, eher selten. Und auch wenn ein Setup wesentlich häufiger aus zwei, drei oder noch mehr Lichtquellen besteht, so kommen auch bei One-Light-Setups häufig Reflektoren zum Einsatz.

Also entspricht auch in diesem Bereich die Fotografie in vielen Fällen nicht der Realität.

Dies war der zweite Teil meiner kleine Serie. Im nächsten Teil wird es neben der bewussten Manipulation von Fotos, noch mal einmal um die Wahrnehmung von Fotos gehen.

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