Der Webdesigner oder auch der Designer, der Entwickler, der SEO und mehr

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Muss ein Webdesigner programmieren können? Diese Frage stellte heute Wolfgang in seinem Blog und erinnerte mich dabei an einen Blogartikel, den ich eigentlich schon lange geschrieben haben wollte.

Die ursprüngliche Idee kam mir, als ich auf dem Blog Create Or Die auf eine Infografik von Liechtenecker gestoßen bin. Oh, da hab ich ja alte Artikel wieder ausgebuddelt, egal. :)

Infografik: Webdesign-Allrounder

Infografik: Webdesign-Allrounder von www.liechtenecker.at

Der Webdesigner

Die meisten Leute, die einen Webdesigner suchen, suchen alles was weiter unten noch folgt in einer Person. Das dies nicht funktionieren kann sollte eigentlich jedem klar sein. Wie war das noch gleich mit diesem magischen Dreieck? Ah, richtig:

  • Gut und günstig - geht nicht schnell!
  • Gut und schnell - ist nicht günstig!
  • Günstig und schnell - wird nicht gut!

Qualität braucht Zeit und für jeden Bereich den passenden Spezialisten.

Der Screendesigner

Natürlich sollte der Screendesigner eine gewisse Grundkenntnis von der Frontendentwicklung haben und natürlich auch in dieser frühen Phase spielt bereits die Benutzerfreundlichkeit eine wichtige Rolle.

Auch wenn durch CSS3 und HTML5 inzwischen viele Dinge möglich geworden sind, so sind diagonale Verläufe bei weitem keine Selbstverständlichkeit wenn es an die Umsetzung in HTML und CSS geht.

Da Screendesigns häufig in Photoshop erstellt werden, trifft man hier auf die erste Hürde: Wer sliced das Ganze, also wer zerschneidet das Design in die, für die Umsetzung benötigten, Bestandteile?

Es gibt also zwei Möglichkeiten:

  • Der Screendesigner brauch fundiertere Kenntnisse, was die Frontendentwicklung angeht
  • oder der Frontendentwickler muss sich mit Photoshop auseinandersetzen und vorallem es auch besitzen.

Da ein Design, welches von einem Screendesigner gesliced wurde, meist mehr Probleme bereitet als dass dies hilft, bevorzuge ich hier die zweite Möglichkeit.

Der Frontendentwickler

Ach, HTML und CSS beherrscht doch jeder zweite Schüler, wozu brauchen wir da Frontendentwickler? So denken mit Sicherheit viele, doch in der Realität sieht es anders aus. Wenn ich mir manche Umsetzungen ansehe, dann, ach lassen wir das. Ich habe in diesem Bezug zum Beispiel schon mal einen Artikel zum Thema Validität und Semantik veröffentlicht.

Ich selbst bin nicht wirklich ein begabter Frontendentwickler und bin jederzeit froh, wenn mir eine Umsetzung abgenommen wird und ich fertige, statische Seiten zurückbekomme, welche ich dann weiterverarbeiten kann.

Mit den Jahren wurde aber ein Punkt immer wichtiger, AJAX. Die Möglichkeit asynchrone Verarbeitung von Daten hat dafür gesorgt, dass sich auch die Bereiche Frontend- und Webentwicklung stärker überlappen.

Der Webdeveloper

Der Webentwickler, ob er nun Standalone-Anwendungen oder Plugins, AddOns, Extensions oder wie auch immer für bestehende Content Management Systeme entwickelt, er sorgt dafür, das eine Webseite einfach gepflegt werden kann und bringt Leben in die Bude.

Interaktivität ist heute aus dem Web nicht mehr wegzudenken. Die Zeiten in denen man sich im Internet nur Informationen geholt hat, ohne selbst Inhalte zu produzieren sind lange vorbei. Grade beim Thema User Generated Content kommt auch der Sicherheitsaspekt dazu.

Natürlich können auch an vielen anderen Stellen Sicherheitslücken entstehen, doch trotzdem steigt die Anzahl potentieller Sicherheitslücken doch mit jeder Möglichkeit für den Nutzer selbst Daten in das System zu bringen.

Der Kundenbetreuer

Auch die Wichtigkeit eines Kundenbetreuers ist nicht zu unterschätzen. Ich merke bei mir selbst oft, wie schwer es mir fällt, das richtige Verhältnis zwischen Fachwissen und Verständlichkeit zu finden. Also so verständlich, dass der Kunde weiß worum es geht, ohne das er sich, auf Grund zu einfacher Sätze, beleidigt fühlt.

Grade bei Anwendungsentwicklern fallen mir hier immer wieder Defizite auf. Ach ja, ich bin ja selbst einer... Nächstes Thema. ;-)

Der Konzeptionist

Grade bei großen Projekten ist ein ausgereiftes Konzept nötig. Bei den Projekten in meiner Größenordnung, entsteht das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Kunden, dem Designer und, wenn vorhanden, dem Frontendentwickler. Mehr war bei meinen bisherigen Projekten auch nicht nötig.

Der Accessibilityexperte

Accessibility oder um einen etwas gängigeren Begriff zu verwenden, die Barrierefreiheit ist ein Thema, welches leider viel zu häufiger außer acht gelassen wird. Angefangen bei simplen Dinge wie einer semantisch korrekten Umsetzung durch den Frontendentwickler bis hin zu alternativen Darstellungsmöglichkeiten. Mehr Kontrast, größere Schriftarten, die Liste ist lang.

Doch damit ist es nicht getan. Umso mehr ein Projekt wächst, desto mehr verlaufen evtl. Mängel im Bereich der Zugänglichkeit im Sand. Die Lösung, ein weiterer Experte muss her!

Der Usabilityexperte

Eine logische Struktur der Navigation, eine gute Lesbarkeit der Texte, einfacher Zugriff auf Privatsphäre-Einstellungen, eine Webseite oder ein Webdienst muss einfach nutzbar sein. Ein intuitives Interface freut nicht nur den Nutzer, denn auch der Betreiber freut sich über mehr Besucher.

Gestern habe ich einen Artikel zu Facebook, Google+ und Twitter geschrieben und dabei die Circles von G+ erwähnt. Ich denke dies ist ein gutes Beispiel, wie eine intuitive Oberfläche aussehen kann.

Was bei der kleinen Firmenpräsentation noch einfach zu sein scheint, wird mit jeder neuen Unterseite und mit jeder neuen Funktion zu einem größeren Problem. Mal abgesehen von der Tatsache, dass selbst bei kleinen Firmenpräsentationen oft die Nutzbarkeit auf Grund anderer Dinge leiden muss. Auch in diesem Bezug habe ich schon mal einen Artikel veröffentlicht: »Ein Artikel über gutes Design, klasse Usability und die Realität«

Der Texter

Egal wie gut oder schlecht ein Webprojekt auch umgesetzt ist, am Ende kommt es doch auf den Inhalt an. Und genau an diesem scheitert es dann häufig, denn grade bei kleineren Projekten sind nur wenige bereit für professionelle Texte zu bezahlen.

Eine Qualität, die für ein Blogger völlig in Ordnung sein kann, hat auf einer Firmenpräsentation nicht wirklich etwas zu suchen.

Der SEO-Spezialist

Suchmaschinenoptimierung ist einfach: Im Quelltext alles wichtige als H1 deklarieren und danach Links über Verzeichnisse und Blogkommentare aufbauen und fertig ist das Ganze. Naja, nicht ganz.

Neben einer guten OnPage-Optimierung, also der Optimierung der eigenen Seite für die Suchmaschinen, gibt es noch viele weitere Punkte. Ein sinnvoller Linkaufbau ist hier nur ein Teil.

Was viele vergessen ist die Tatsache, dass die Suchmaschinenoptimierung kein Ende hat. Das Internet ist schnelllebig und solange ein Projekt online ist, herrscht hier in irgendeiner Weise Handlungsbedarf.

Muss ein Webdesigner programmieren können?

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf die Frage von Wolfgang zurückkommen, auch wenn ich hier keine eindeutige Antwort parat habe. Die Frage ist nämlich: Was ist ein Webdesigner?

Die Einzelperson wird in den allermeisten Fällen nicht alles nötige abdecken können. Ein mittelmäßiges Design auf einer guten technischen Grundlage oder auch umgekehrt sind häufig der Fall. Außerdem handelt es sich meist um kleine Projekte, wie Firmenpräsentationen mit ein paar statischen Seiten und einem Kontaktformular.

Im Endeffekt kommt es auf den Kunden und seine Bedürfnisse an. Auch hier kann man zur Veranschaulichung wieder das magische Dreieck zur Hand nehmen.

Magisches Dreieck

Quelle: www.pmqs.de

Gute Arbeit kostet Geld! Für gute Arbeit braucht man gutes, spezialisiertes Personal!

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6 Kommentare zu “Der Webdesigner oder auch der Designer, der Entwickler, der SEO und mehr”

  1. Wolfgang Wagner

    14. Juli 2011 um 22:57

    Tja, das ist ein ziemlich umfangreiches Thema, gut aufbereitet. :)

    Was ist ein Webdesigner? Letztlich wohl doch wieder eine Mischung aus allem, aber je nach Person mit ein wenig mehr hiervon oder ein bißchen mehr davon.

    Aber irgendwann muss man sich auf bestimmte Punkte festlegen. Habe ich bei mir gesehen. Am Anfang meiner gewerblichen Tätigkeit wollte ich soviel wie möglich selber machen. Inzwischen bin ich davon abgekommen und hole mir auch mal externe Hilfe dazu, wenn’s sein muss.

  2. Marcel

    15. Juli 2011 um 07:00

    Und genau diese externe Hilfe ist wichtig um weiterhin Qualität abliefern zu können. Kein Mensch kann alle genannten Themenbereiche zufriedenstellend abdecken, aber mit Hilfe durch z.B: Freelancer lässt sich die Qualität dennoch um einiges steigern, was neben besseren Webprojekten auch für zufriedenere Kunden sorgt, aber natürlich auch wieder mehr Geld kostet. Damit wären wir wieder beim magischen Dreieck… Ein Teufelskreis… ;-)

  3. Usability – was sollte ein guter Blog bieten? » Nikonierer

    2. September 2011 um 18:35

    […] diese Liste mit Sicherheit noch endlos ausbauen und ihr findet auf diesem Blog auch noch den einen oder anderen Artikel, der sich mit diesem Thema beschäftigt, allerdings soll die Liste im Rahmen […]

  4. EXites

    8. November 2011 um 21:41

    Da kommt mir direkt folgender Begriff in den Sinn: Eierlegendewollmilchsau.

    Das kenne ich als Mediengestalterin nur zu gut. Denn auch von uns wird bei Webprojekten so gut wie alles erwartet. Denn wir sind Gestalter, Visualisierer, Programmierer, Entwickler, SEO-Experten und hervorragende Texter sowie dies und das und jenes – joa, eher nicht.

    Man kommt nicht mehr darum herum sich einige weitere Sparten anzueignen um weiterzukommen und vorallem mithalten zu können. Muss ja nicht schlecht sein. Man lernt ja nie aus und ich lerne zum Glück gerne Neues ;)

  5. Wie wird man Webdesigner ?

    13. November 2011 um 17:48

    […] Der Webdesigner oder auch der Designer, der Entwickler, der SEO und mehr Tags: beruf webdesigner, webdesign Category: Webdesign November 13th, 2011 No comments yet […]

  6. Wie viel kostet ein Logo? Wie viel kostet eine Webseite? Wie viel kostet die Welt? » Nikonierer

    27. Januar 2012 um 00:00

    […] habe in der Anfangszeit dieses Blogs, mal einen Artikel veröffentlicht, der den Begriff Webdesigner ein wenig aufzudröseln. Schnell sollte einem bei diesem Artikel klar werden, was ab einer gewissen Größenordnung hinter […]